Nr. 120
3/2013

Liebe Eltern, liebe Freunde!

Lehrer lehren und Schüler lernen. So sieht eine landläufige Vorstellung von Schule aus, und so mag es früher vielleicht auch einmal gewesen sein, aber seitdem sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist, verstehen sich auch immer mehr Schulen als „lernende Schulen“, die auf die Herausforderungen der Zeit lernfähig und lernwillig reagieren.

Auch an der August-Hermann-Francke-Schule kommt die Weiterentwicklung nicht zum Stillstand – weder äußerlich (was Renovierung und Ausbau betrifft) noch konzeptionell (was die konsequente Umsetzung unseres Leitbilds betrifft). Im vorliegenden Magazin und auf der dazugehörigen Micropage magazin.ahfs-gi.de können Sie wieder eine Reihe von Beispielen dafür kennenlernen – von der Fertigstellung der neu ausgestatteten Räume im B-Gebäude über aktuelle Unterrichtsprojekte und -konzepte bis hin zu Exkursionen von Schüler- und Lehrergruppen.

Für das begonnene Schuljahr 2013/14 wünsche ich Ihnen und uns Gottes Segen und gutes Gelingen bei allen Aufgaben und Herausforderungen. Übrigens: Auch in Bezug auf Gott bleiben wir immer Lernende, wie uns Pfarrer Christoph Morgner in der Rubrik „Anstoß“ erinnert.

H. Kronenberger
(stv. Schulleiter der AHF-Schule)

Ich lerne noch

„O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen und unerforschlich seine Wege!“ (Römer 11,33)

An der Rezeption des Hotels begrüßte mich eine junge Mitarbeiterin. An ihrem Revers trug sie eine kleine Anstecknadel: „Ich lerne noch.“ Aha, dachte ich, eine Auszubildende. Sie ist noch nicht allzu lange im Geschäft. Da hat jeder Verständnis, wenn manches noch nicht hundertprozentig funktioniert. Wer noch lernt, dem sieht man manches nach. „Ich lerne noch.“

Solch ein kleines Schild brauchten wir eigentlich alle. Und Paulus auch. Dem, was er über den heiligen und unsichtbaren Gott schreibt, merkt man an: Er kommt aus dem Staunen nicht heraus. Paulus ringt nach Worten. Gott ist „unergründlich“ und „unerforschlich“. Keiner durchschaut ihn voll und ganz. Gott lässt sich weder mit Forscheraugen durchdringen noch mit unseren Begriffen definieren. Wir loten ihn niemals aus. Unser Denken ist nur ein kläglicher Versuch. „Ich lerne noch.“

Wenn es um Gott geht, lernen wir lebenslang

Aber darin liegt der Unterschied: Die Auszubildende wird irgendwann ihre kleine Anstecknadel ablegen. Sie wird ihre Lehrzeit abschließen. Dann wird sie ausreichend Kenntnisse gesammelt haben, um ihren Beruf auszuüben. Anders bei uns: Wenn es um Gott geht, lernen wir lebenslang. Wir bleiben blutige Anfänger. Ganz gleich, wie lange wir schon als Christen unterwegs sind und wie tief wir uns mit theologischen Fragen beschäftigt haben – alle miteinander müssen wir uns eingestehen: „Ich lerne noch.“

Manchmal tut dieses Lernen regelrecht weh. Gott kann nicht nur wohl tun – er kann uns auch wehtun. Ich denke an ein Ehepaar. Dessen zwanzigjährige Tochter erkrankte an Krebs. Eine lange Kette von Therapien, Krankenhausaufenthalten und Gebeten setzte ein. Rückschläge und leise Hoffnungen wechselten einander ab. Doch am Ende siegte die böse Krankheit. Was für ein Schmerz! Was für eine Trauer! Hätte Gott nicht heilend eingreifen können?

Wir ergründen Gott nicht

Wir könnten weitere Nöte und ungelöste Fragen anfügen. Doch Paulus macht uns klar: Wir ergründen Gott nicht. Wir kommen seinen Absichten nicht auf die Spur. Wenn wir in Krisen hineingeraten, ist offensichtlich nicht Gott das Problem, sondern die Bilder, die wir uns von Gott gemacht haben und die in unseren Köpfen umherspuken. Unsere irrigen Vorstellungen über Gott lassen uns im Stich. Deshalb gilt es dazuzulernen, neue Einsichten über Gott zu gewinnen und unser Bild von ihm zu erweitern. Wir mögen lehren und erziehen – vor allem aber sind wir selber Lernende.

> weiterlesen bei Teil 2

Ich lerne noch

Gott bleibt uns zugetan

Dazu hat mir Martin Luther geholfen. In einem plastischen Vergleich sagt er: „Wenn man denkt, unser Herr Gott hab einen verworfen, so soll man’s dafür halten, unser Herr Gott hab ihn in den Armen und herze ihn.“ Auch das gehört für mich zum Dazulernen: Selbst dann, wenn ich mich über Gott ärgere und ihn nicht verstehen kann, befinde ich mich in seinen guten Händen. Gott bleibt mir zugetan, auch wenn es manchmal gegenteilig aussieht. Das wischt dem trauernden Ehepaar die Tränen nicht weg. Der tiefe Schmerz über den Verlust der Tochter bleibt. Aber das Wissen um Gottes Absichten hilft, mit dem leeren Platz fertigzuwerden.

„Ich lerne noch.“ Paulus tut’s und wir auch. Wer weiß, welche Lektionen es für Sie und mich noch zu lernen gibt! Doch größer als das, was wir von Gott heute noch nicht wissen, ist das, was wir von ihm durch Jesus Christus wirklich wissen. Das reicht aus, voller Vertrauen zu leben. Der Gott, dessen „Weisheit“ und „Erkenntnis“ uns haushoch überlegen ist, hat uns in sein Herz geschlossen. Darauf will ich mich verlassen. Das will ich anderen weitersagen.

Christoph Morgner

(Quelle: Glaube + Erziehung 5/2012, S. 1f.)

Pfarrer Christoph Morgner war langjähriger Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes.

Spiele und Spannung rauben Schlaf

Wenn es abends im Kinderzimmer blinkt und leuchtet, der Held auf der Spielkonsole durchs Abenteuerlabyrinth gesteuert wird oder die Serie im Fernsehen Spannung verspricht, dann ist an erholsamen Schlaf so schnell nicht zu denken. Mit fatalen Folgen: Internationale Studien belegen, dass 20 bis 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Schlafstörungen haben.

Das berichtet Professor Ulrich Koehler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am UKGM in Marburg. Digitale Spiele, aber auch actionreiche Sendungen verlangen ein hohes Maß an Konzentration und sind voller akustischer und optischer Reize. „Diese geistige und körperliche Anspannung ist jedoch vor dem Schlafengehen absolut kontraproduktiv“, so Professor Koehler. „Statt den Körper langsam auf die nächtliche Ruhephase einzustimmen, wird ihm höchste Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangt. Zudem wird oft durch abendliches helles Licht zum Beispiel im Badezimmer die innere Uhr gestört. Damit ist der Weg gebahnt für verlängerte Einschlafphasen bis hin zu chronischen Einschlafstörungen“, erklärt der Mediziner.

Entsprechend den Zahlen internationaler Studien leiden zwischen 20 und 30 Prozent unserer Kinder und Jugendlichen unter Schlafstörungen, mit zunehmender Tendenz vor allem bei den Jugendlichen. 14-Jährige schlafen heute im Durchschnitt etwa eine Stunde weniger, als das noch vor 40 Jahren der Fall war.

Das Gehirn profitiert von erholsamen Schlaf

Ausreichender und erholsamer Schlaf ist aber vor allem bei Kindern und Jugendlichen in der Entwicklungsphase überaus wichtig. Denn besonders das Gehirn profitiert davon in hohem Maße.

„Im Schlaf werden neue Gedächtnisinhalte bearbeitet und in vorhandenes Wissen eingefügt und gespeichert. Wer viel lernen muss, benötigt Schlaf, um das Gelernte zu verfestigen“, betont Koehler und warnt: „Durch übermäßigen und emotional belastenden Medienkonsum in Form von Internetaktivitäten, Fernsehen oder Computerspielen werden Funktionen des Gehirns beeinträchtigt.“ Dadurch komme es zu Einschränkungen von Lern- und Gedächtnisprozessen. Die Folgen sind Konzentrationsstörungen, schlechte Schulleistungen und emotionale Stimmungsschwankungen.

Laut Umfragen liegt der durchschnittliche Medienkonsum bei Jugendlichen zwischen sechs und sieben Stunden am Tag. Das verursacht zudem Bewegungsmangel und Übergewicht.

> weiterlesen bei Teil 2

Spiele und Spannung rauben Schlaf

Was können Eltern tun? Schon bei Kleinkindern sollten Eltern darauf achten, den Schlaf positiv zu bahnen, rät der Schlafmediziner: „Hilfreich sind hier feste Rituale, wie die Freude auf eine Gute-Nacht-Geschichte oder das Kuscheltier, das im Bett wartet. Schlafen sollte niemals mit Strafe oder Zwang verbunden sein. Das Bett ist ein Wohlfühlort, der für Schlaf und Entspannung stehen sollte.“

Wenn die Kinder älter werden, ist es besonders wichtig, regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten einzuhalten, sagt Koehler. Dabei können sich Eltern an den empfohlenen Ruhezeiten der jeweiligen Altersgruppen orientieren: Zu Beginn der Grundschulzeit sollte die nächtliche Ruhezeit zehn bis elf Stunden nicht unterschreiten. Mit zunehmendem Lebensalter kann sie langsam reduziert werden, aber auch bei 14-Jährigen sind neun bis zehn Stunden als Faustregel empfehlenswert. Einen guten Hinweis auf den tatsächlichen Schlafbedarf gibt die Beobachtung des Schlafverhaltens in den Ferien.

Vor allem aber sollte eines gelten, betont Ulrich Koehler: „Keine elektronischen Medien, kein helles Licht, aber auch keine Schularbeiten vor dem Einschlafen!“

(Quelle: mittelhessen.de, 8.4.2013)

Prof. Dr. Ulrich Koehler,
Universitätsklinikum Marburg

Deborah Kley

Ich unterrichte seit Beginn des neuen Schuljahres an der Grundschule der AHFS vor allem die Fächer Deutsch, Mathematik und Religion.

Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, und Religionsunterricht hat mich schon als Kind begeistert. Mein Lehramtsstudium habe ich in Karlsruhe absolviert. Anschließend unterrichtete ich in Sinzheim, bevor ich den Weg in das wunderschöne Gießen gefunden habe.

In meiner Freizeit lese ich gern, gehe wandern und schwimmen. Ich freue mich, an der AHF-Schule zu unterrichten!


Rahel Fleck

„Sie kommen nicht aus dieser Gegend?! Das hört man an Ihrer Sprache!“

Diesen Satz sagte ein Zweitklässler zu mir, als ich in seiner Klasse hospitierte. Er hat ganz richtig gehört. Ich komme nicht aus Gießen und auch nicht aus Hessen. Geboren und aufgewachsen bin ich in Baden-Württemberg. Meine Kindheit und auch die Jahre danach habe ich mit meiner Familie in einem kleinen Dorf im wunderschönen Kraichgau verbracht.

Ich wurde als drittes von sechs Kindern geboren. Da meine Eltern beide Christen sind, habe ich schon früh den christlichen Glauben kennengelernt.

Nach der Schule habe ich mein Studium zur Grund-, Haupt- und Werkrealschullehrerin an der PH Karlsruhe absolviert und dann an einer Grund- und Werkrealschule in Heilbronn unterrichtet.

In der Zwischenzeit habe ich auch geheiratet und bin mit meinem Ehemann nach Linden gezogen.

Die letzten Wochen brachten für mich viele Veränderungen mit sich. Auf die neue Schule und das kommende Schuljahr freue ich mich sehr.


Aktion

Schulprojekte für alle fünf Sinne

Im Barfußpark das theoretisch Gelernte zum Sinnesorgan Haut ganzheitlich erleben – so erfuhren ... > zum Artikel

Renovierung

Rechtzeitig zum Schuljahresbeginn konnte das renovierte Gebäude B seiner Bestimmung übergeben werden... > zum Artikel

Austauschprogramm mit Amerika

Auch in diesem Jahr waren an der AHFS wieder amerikanische Austauschschüler von ... > zum Artikel

MSK und Berufliche Orientierung

In der gymnasialen Oberstufe werden Aspekte der Methoden- und Sozialkompetenz, die zum Teil auch schon... > zum Artikel

Abiturient/-innen 2013

Wir gratulieren herzlich zum Schulabschluss... > zum Artikel

Realschulabsolvent/-innen 2013

Wir gratulieren herzlich zum Schulabschluss...
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Jugendtheater zu Rassismus

Wie Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft heraus entsteht und zunächst in harmlosem ... > zum Artikel

Studienfahrt nach Straßburg

Vier Tage Frankreich, Franzosen, die französische Sprache erleben – das konnten die Schüler/-innen ... > zum Artikel

Mathematikwettbewerb

Einen nicht alltäglichen Erfolg konnte Sandrine Pulz aus der ehemaligen Klasse 8Rb für sich verbuchen ... > zum Artikel

Politik im Blick

 Im Rahmen des Schülerwettbewerbs „Politik im Blick“ hatten sich Philip John und Jörn Allendörfer  für eine viertägige Reise nach Berlin qualifiziert ... > zum Artikel

Trikotspende

Die Fußball-AG der August-Hermann-Francke-Schule wurde von heimischen Firmen mit einheitlichen Trikots ausgestattet... > zum Artikel

Auf den Spuren von August Hermann Francke

Einmal an Ort und Stelle das Wirken des Mannes besehen, der einst ihrer Einrichtung als Namensgeber diente ...
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Rätselgeschichte

Suche die Nachnamen von 43 ...
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Schulprojekte für alle fünf Sinne

Im Barfußpark das theoretisch Gelernte zum Sinnesorgan Haut ganzheitlich erleben – so erfuhren Grundschüler/-innen der August-Hermann-Francke-Schule, wie spannend der Unterrichtsstoff sein kann. Während der Projekttage hatten die Zweitklässler/-innen viele Gelegenheiten, ihren fünf Sinnen auf die Spur zu kommen. Modelle von Auge oder Ohr, Filmsequenzen zu den Sinnesorganen und Versuche zu ihrer Leistungsfähigkeit ergänzten die Beobachtungen am eigenen Körper. Der unterstützende Einsatz von Eltern während der Projektzeit ermöglichte es den Kindern, an unterschiedlichen Stationen Erfahrungen zu machen und zu dokumentieren.

Währenddessen beschäftigten sich andere Klassen mit weiteren Sachthemen: Für die Erstklässler/-innen stand Basteln, Kochen und Essen sowie Beobachtungen vor Ort auf dem Programm ihrer Schultage zum Thema Bauernhof. Als Detektive in Gießen unterwegs waren die dritten Klassen. Sie wanderten zum Schiffenberg und näherten sich mit Experimenten dem Wissenschaftler Justus von Liebig.

Die Klassen der Jahrgangsstufe 4 begaben sich auf die Spur der Römer. Viel Spaß hatten die Schüler/-innen beim Verkleiden mit römischen Gewändern; das Knobeln mit römischen Zahlen war schon richtig anspruchsvoll. Außerdem konnten sie einen römischen Wachturm basteln, eine Zeitreise im Internet erleben sowie Spiele der Römer spielen und sich wie römische Schulkinder fühlen, nachdem sie Wachstafeln mit passendem Schreibgerät gebastelt hatten. Ein Schultag wurde durch einen Asterix-und-Obelix-Film beendet, an einem anderen Projekttag wurde zum Abschluss römisch gekocht und gegessen. So hatten auch die Großen in der Grundschule ihr Thema letztlich mit allen fünf Sinnen erarbeitet.

Renovierung des B-Gebäudes abgeschlossen

Seit mehr als eineinhalb Jahren erfreuen sich Schüler/-innen und Lehrer/-innen der Klassen 9–13 bereits an der hervorragenden Ausstattung und den modernen technischen Möglichkeiten, die ihnen das neue Schulgebäude (Haus 2) bietet. Schritt für Schritt werden nun auch die Räume in Haus 1 auf diesen Stand gebracht. Rechtzeitig zum Schuljahresbeginn konnte das renovierte Gebäude B seiner Bestimmung übergeben werden.

Zentrale Neuerung sind die Whiteboards mit internetfähigem Computer und Dokumentenkamera, die nun auch den Siebt- und Achtklässler/-innen optimale Voraussetzungen für Präsentation, Kommunikation und vielfältige andere Anwendungen bieten. Die Renovierung umfasste aber auch Wände, Fußböden und Möbel: Durch eine leichte Versetzung der Wände in Richtung Flur wurden die Klassenräume vergrößert, die sichtbehindernden Säulen wurden entfernt, der Teppichboden wurde durch einen PVC-Boden ersetzt und die Möblierung wurde komplett erneuert. Helle, freundliche Wände, Fußböden und Tische, farbenfrohe Stühle und moderne Schiebetafeln sorgen nun für eine positive Atmosphäre und tragen gemeinsam mit der innovativen technischen Ausstattung zu gelingenden Lernprozessen bei.

Die Renovierung wird mit dem Musiksaal sowie Gebäude C fortgesetzt.

Austauschprogramm mit Amerika

Auch in diesem Jahr waren an der August-Hermann-Francke-Schule wieder amerikanische Austauschschüler von der Delaware County Christian School in Pennsylvania zu Gast. Für sechs Wochen nahmen Rachel, DeVicka, Maggie, Alex und Drew am Unterricht ihrer Austauschpartner in der 11. Klasse teil und machten interkulturelle Erfahrungen in ihren Gastfamilien. Außerdem bereicherten sie einige jüngere Englischklassen als „native speakers“ und besuchten jüngere Deutschklassen, um ihre Deutschkenntnisse zu erweitern. Durch Ausflüge mit ihren Gastfamilien, z.B. nach Marburg, Frankfurt oder auch Berlin, entdeckten sie einen Teil Deutschlands.

Hier einige Kommentare zu der Frage „Was ist Deutschland?“
Deutschland ist:
  • ein echtes Abenteuer und Erlebnis
  • alte Schlösser und Geschichte
  • freundliche Leute
  • kleine und niedliche Dörfer
  • teuer
  • kalt
  • gutes Brot
  • Sprudel
  • liberales Denken
  • viele Eiscafés
  • viel Kaffee und Kuchen
  • verrückte Mülltrennung
  • grün (umweltbewusst)
  • wunderschöne Landschaft
  • (unheimlich) schnelles Fahren



MSK und Berufliche Orientierung in der gymnasialen Oberstufe

In der gymnasialen Oberstufe werden Aspekte der Methoden- und Sozialkompetenz, die zum Teil auch schon in der Mittelstufe behandelt wurden, im gleichnamigen Fach vertieft, erweitert und ergänzt. Die Einführungsphase setzt im Fach Berufs- und Studienorientierung noch besondere Schwerpunkte, die dann in der Qualifikationsphase im Fach MSK weitergeführt werden. Inhaltlich kommen z.B. folgende Themen zur Sprache: Wozu Oberstufe? – Motivation klären – Selbsteinschätzung; Zeitmanagement; Recherchieren; Umgang mit Sachtexten, sinnvolle Mitschriften; Wissenschaftliches Schreiben/Arbeiten; Prüfungsvorbereitung; Lern- und Memorierungstechniken; Rhetorik und Vortragstechnik; Medien-, Präsentations- und Visualisierungskompetenzen; Kommunikation und Metakommunikation; Soziale Kompetenz; Bewerben, Bewerbungstraining, Berufe/Studium; Unterrichtsreflexion (Feedback).

Außerdem absolvieren die Schüler/-innen Praktika, nehmen an einer Führung in der Universitätsbibliothek teil und besuchen das Berufsinformationszentrum. Die Berufsberaterin von dort bietet in der Schule Sprechstunden zur Einzelberatung an, und es finden Vorträge unterschiedlicher Organisationen oder Personen zum Themenfeld Berufsorientierung (z.B. Zentrale Studienberatung der Justus-Liebig-Universität Gießen) in der Schule statt.

Um besonders auf Fragen und Anregungen einzelner Schüler/-innen eingehen zu können, bieten die Klassenlehrer/-innen in jedem Schuljahr für jede/n Schüler/-in persönliche Gespräche („Jahresgespräche“) an.

Abiturient/-innen 2013

Jan Allendörfer, Marlene Artzt, Jens Bergmüller, Benjamin Birke, Tim Bliedung, Alena Bobek, Steffen Buchholz, Sebastian Buhl, Deborah Buß, Pauline Danzer, Raffael Denner, David Dick, Jonathan Dick, Rita Dyck, Rebecca Ebel, Deborah Franz, Marc Oliver Freischlad, Sandra Gabriel, Jonas Geck, Alena Gerlach, Johanna Glaser, Sebastian Gondolph, Rebekka Gutknecht, Jacquelin Hansel, Diana Haussmann, Burkhard Hinsch, Laura Höhn, Thomas Hössler, Destiny Faye Ibarra, Phil Kassühlke, Anna Keck, David Klautke, Lena-Cathrin Klever, Nathalie Kost, Vanessa Krug, Ralf Ksciuk, Anjeli Matzel, Johanna Moos, Colin Müller, Susanne Müller, Annika Münch, Leonie Muy, Friederike Nau, Nicholas Neumann, Jakub Nezam, Charlena Oehm, Friedrich Oehm, Peter Offermann, Alexander Oppermann, Niklas Oppermann, Anna Lisa Pastor, Elias Philipp, Felix Pitka, Madeline Richert, Simon Riesen, Franziska Rohn, Lenke Roth, Inga Sames, Maximilian Schiemanowski, Charleen Schmidt, Simon Schornstein, Josephine Schuster, Katharina Schuster, Paulina Schuster, Nicolas Schwenz, Lukas Serafin, Johannes Silberbauer, Marcel Thalheimer, Enrik Thielmann, Jakob Trenk, Konrad Volk, Lena Voß, Anne Wachenddörfer, Joshi Watanabe, Moritz Weiss, Rebekka Weiß, Helena White, Sarah Wunderlich

Mit der Fachhochschulreife absolvierten: Lea Guber, Lisa Heidebrecht, Philipp Diehl, Jeremia Irak, Anna Keck

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Die sechs Jahrgangsbesten: v.l. Alena Gerlach, Vanessa Krug, <br>Jacquelin Hansel, Annika Münch, Rebecca Ebel, Lena-Cathrin Klever<br>
Die sechs Jahrgangsbesten: v.l. Alena Gerlach, Vanessa Krug,
Jacquelin Hansel, Annika Münch, Rebecca Ebel, Lena-Cathrin Klever

Realschulabsolvent/-innen 2013

Tim Jonas Auner, Jan-Philip Bauer, Nicolas Bredemeyer, Janek Heinrich Claar, Sascha Dauenhauer, Nora-Elisabeth Dück, Adrian Epp, Lukas Franz, Markus Hössler, Jonas Kuhl, Kathrin Offermann, Annika Pape, Sarah Quiring, Melanie Riesen, Anja Roth, Lisa-Marie Schmidt, Sarah Serafin, Maximilian Sommer, Sabrina Thalheimer, Anne-Jacqueline Vasserot, Stefan Weingarten, Anna Wiese
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Die vier Jahrgangsbesten: v.l. Lisa-Marie Schmidt, Sascha Dauenhauer, Nora-Elisabeth Dück, Kathrin Offermann<br>
Die vier Jahrgangsbesten: v.l. Lisa-Marie Schmidt, Sascha Dauenhauer, Nora-Elisabeth Dück, Kathrin Offermann

Jugendtheater zu Rassismus

Wie Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft heraus entsteht und zunächst in harmlosem Gewand erscheint, das zeigten die 20 Mitwirkenden am Theaterstück „Bundeskristallnacht?“ bei ihrer aufrüttelnden Inszenierung an der August-Hermann-Francke-Schule. Die Schüler/-innen der 10. Klasse hatten im Rahmen ihres Oberstufenkurses Darstellendes Spiel unter der Leitung von Dieter Glaum das Jugendtheaterstück von Hans Georg Kraus erarbeitet. Lea Weber begrüßte die ca. 200 meist jugendlichen Zuschauer/-innen und bot eine Einführung in die Thematik, bevor die Schauspieler/-innen in fünf Szenen die Aktualität von rechtsradikalen Gedanken und Äußerungen darstellten. Wie sich aus fremdenfeindlichen Grundhaltungen das entsprechende Verhalten in kleinen Gesten und schließlich Gewalthandeln entwickeln kann, zeigte das Stück in teils schockierender Sprache. Wenn Lukas Klingelhöfer als „Pitbull“ den Anführer mit seinem schwarz gekleideten, auf Bierkästen hockenden Gefolge reden und absoluten Gehorsam fordern lässt, so hatte diese Szene für viele Schüler/-innen schon etwas Beunruhigendes. Alicia Hermann musste sich in einer anderen Szene als junges Mädchen Belehrungen von ihrem Vater (Julius Keup) über die reine Rasse anhören, weil ihr Freund im Stück ein Farbiger ist.

Es waren nur Streiflichter, die geboten wurden. Aber Rechtsextremismus war und ist ein Thema, das zum Nachdenken anregte und über das schauspielerische Können hinaus Gesprächsstoff an der Schule lieferte und weiterhin liefert. Das Publikum honorierte die Leistung der Jungschauspieler/-innen, die am Ende einzeln vorgestellt wurden, mit viel Applaus.

Studienfahrt nach Straßburg

Vier Tage Frankreich, Franzosen, die französische Sprache erleben – das konnten die Schüler/-innen des Französischkurses Klasse 9 vom 2. bis 5. Mai bei der Studienfahrt nach Straßburg.

Das Straßburger Münster (la cathédrale Notre Dame) mit seiner astronomischen Uhr und der fantastischen Aussicht vom Turm auf die Stadt, den Schwarzwald und die Vogesen, eine Bootsfahrt auf der Ill durch die malerische „Petite France“ bis zu den hochmodernen Europainstitutionen – Europaparlament, europäischer Gerichtshof, Kunst- und Landeskundemuseum –, eine Ausstellung zur deutsch-französischen Freundschaft, kleine Interviews mit Franzosen, Flammkuchenessen, Shoppen und einfach nur das französische Flair beim Bummeln durch die Altstadt genießen – das alles stand auf dem Programm, das auch noch viel Zeit zum gemeinsamen Spielen und zur individuellen Freizeitgestaltung ließ.

Auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte, so war Straßburg doch ganz klar eine Reise wert.

Notre excursion à Strasbourg

Notre cours de français a fait une excursion à Strasbourg. Nous sommes allés en train. Mais non! Avec cinq trains! Le voyage était long, mais aussi drôle. Après cinq heures, nous sommes arrivés à la gare de Strasbourg, un très grand bâtiment. Malheureusement, il a plu, et quand nous sommes arrivés à l’hôtel Ciarus, on a été trempés. Le dîner au Ciarus n’était pas super, mais nous pouvions manger à notre faim.

Le premier jour, nous avons fait un tour en bateau sur l’Ill et on a vu beaucoup de bâtiments.Après, on avait du temps libre. Avec notre groupe nous sommes allés avec le tram à Rivetoile, un grand centre commercial où nous avons fait du shopping.

Le prochain jour, nous avons visité la cathédrale qui est très jolie et grande.Dans l’après-midi, nous avons visité l’exposition sur l’amitié franco-allemande. Ce n’était pas très intéressant, mais j’ai appris quelque chose.

Dimanche, le jour du départ, on a escaladé la grande tour de la cathédrale, et là, nous avions une vue sur toute la ville de Strasbourg. C’était une bonne fin d’un voyage fantastique parce qu’on a vu toutes les choses qu’on avait fait pendant l’excursion.

Après, nous sommes allés à la gare.Dans l’ensemble, le voyage à Strasbourg m’a plu super bien parce qu’on avait beaucoup à rigoler – et j’ai amélioré mon français un peu. =)

Milena Foglia et Annalena Knoblauch

Sandrine Pulz zweite Kreissiegerin im Mathematikwettbewerb

Einen nicht alltäglichen Erfolg konnte Sandrine Pulz aus der ehemaligen Klasse 8Rb für sich verbuchen: Beim 45. Hessischen Mathematik-Wettbewerb wurde sie nicht nur Schulsiegerin in der AHF-Realschule, sondern auch Zweitbeste im Landkreis Gießen.

Insgesamt hatten rund 55.600 Schüler/-innen der 8. Jahrgangsstufe aus 523 hessischen Schulen an dem Wettbewerb teilgenommen, den die Arbeitgebervereinigung Hessen-Metall veranstaltet. Die 34 mittelhessischen Kreissieger – darunter Sandrine Pulz – wurden am 22. Mai in der Wetzlarer Firma Hexagon Metrology ausgezeichnet.

Alexander Jakob, Bereichsleiter Personal- und Sozialwesen bei Hexagon Metrology, betonte bei seiner Begrüßung, welche zentrale Rolle Mathematik und andere Naturwissenschaften für das Unternehmen spielen: „Für unsere Ingenieure, Techniker und Facharbeiter geht ohne Zahlen gar nichts. Wenn wir unsere Messmaschinen produzieren, müssen diese auch kleinste Abweichungen – zum Beispiel an Oberflächen – erkennen. Daher zählen für uns naturwissenschaftliches Interesse und kompetenter Umgang mit mathematischen Berechnungen zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Fach- und Führungskraft von morgen.“

Jakob nahm die Auszeichnung der Kreissieger gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Bezirksgruppe Mittelhessen des Arbeitgeberverbandes Hessen-Metall, Stefan Weber, sowie Vertretern des Aufgabenausschusses des Mathematik-Wettbewerbs und Franz-Ludwig Löw, dem zuständigen Dezernenten des staatlichen Schulamtes, vor.

(Quelle: Gießener Anzeiger, 23.5.2013)

Kreissieger Landkreis Gießen (Sandrine Pulz 5. v.l.)<br>
Kreissieger Landkreis Gießen (Sandrine Pulz 5. v.l.)
Sandrine Pulz<br>
Sandrine Pulz

Politik im Blick

Aktuelle Themen wie die Diskussion des Bundestages über die Zypernhilfe konnten Schüler/-innen von Gießener Schulen vor Ort verfolgen, als sie auf Einladung des Abgeordneten Dr. Hermann Otto Solms in Berlin waren. Im Rahmen des Schülerwettbewerbs „Politik im Blick“ hatten sich Philip John (ehemalige 10b) und Jörn Allendörfer (ehemalige 11b) für eine viertägige Reise nach Berlin qualifiziert. Die Schüler der August-Hermann-Francke-Schule wurden von Stefan Ulbrich, Lehrer für Politik und Wirtschaft, begleitet.

Das Online-Projekt „Politik im Blick“ für Schulen im Gießener Raum wurde von Dr. Solms initiiert, der auch Vizepräsident des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des Arbeitskreises Wirtschaft und Finanzen der FDP-Fraktion ist. Schüler/-innen bekommen hier die Möglichkeit, sich am politischen Diskurs zu beteiligen. Sie äußern sich im virtuellen Parlament in angedachten Politikerrollen zu strittigen Fragen, die sie selbst interessieren. Im diesjährigen Durchgang wurden unter anderem die Themen Gerechtigkeit von Löhnen, Legalisierung weicher Drogen und Sozialstaat in vielfältigen Internetbeiträgen bearbeitet.In der letzten Phase nun erlebten die Oberstufenschüler/-innen die echte Politik live vor Ort. In Berlin hatten sie nicht nur Stadtrundfahrten, sondern auch den Besuch politischer Gedenkstätten auf dem Programm. Einem Informationsgespräch mit Minister Dirk Niebel im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung folgte der Besuch einer Plenarsitzung im Bundestag. Nach der Debatte über die aktuellen Hilfen für Zypern konnten die Jugendlichen das Gehörte im Gespräch mit Solms, Niebel und weiteren Bundestagsabgeordneten vertiefen sowie Themen ansprechen, die sie selbst direkter betreffen, wie Bildung und Eurokrise.

Das Erleben der politischen Arbeit in Berlin ergänzte den Schulunterricht auf motivierende Weise. Besonders beeindruckte es die jungen Leute, zu erleben, wie sie von eigentlich vielbeschäftigten Akteuren des Regierungsbetriebs als Gesprächspartner ernst genommen wurden, und dass vieles, was Politiker behandeln, auch junge Leute betrifft und für sie wichtig ist.

Leuchtende Fußballtrikots für AHF-Schüler

Die Fußball-AG der August-Hermann-Francke-Schule wurde von heimischen Firmen mit einheitlichen Trikots ausgestattet: Hoppe Gebäudereinigung aus Gießen und die Baufirma Yildiz aus Heuchelheim stifteten die in auffälligem Dunkelrot gehaltenen Oberteile sowie Hosen für die Mannschaft, die von Sportlehrer Timo Bäcker trainiert wird.

Die Schüler/-innen der Klassen 5 bis 8 trainieren einmal wöchentlich und sind, da die AG erst im letzten Herbst begann, noch mit dem Aufbau der Teams beschäftigt. Dennoch nahmen sie mit zwei Jahrgängen am Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ teil. Die Freude am Sport, die Lehrer und Kindern gleichermaßen wichtig ist, wird nun erheblich gesteigert durch das einheitliche Erscheinungsbild. Der Dank geht an die Sponsoren, die durch ihre Großzügigkeit zur Identifikation der Schüler mit ihrer Mannschaft und somit zum Spaß am Sport beigetragen haben.

Fußball-AG mit Lehrer Timo Bäcker
Fußball-AG mit Lehrer Timo Bäcker
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Das AHFS-Kollegium auf den Spuren von August Hermann Francke

Einmal an Ort und Stelle das Wirken des Mannes besehen, der einst ihrer Einrichtung als Namensgeber diente – das hatten sich über 40 Mitarbeiter/-innen der August-Hermann-Francke-Schule vorgenommen, als sie im Mai nach Halle an der Saale reisten. Zumeist Lehrkräfte sowie einige mitgereiste Ehepartner nahmen den 350. Geburtstag von August Hermann Francke zum Anlass, um sich vor Ort über die Schulstadt zu informieren, in der zeitweise über 3000 Kinder unterrichtet wurden. An den Gründer der Franckeschen Stiftungen wird derzeit mit einer Sonderausstellung erinnert. Viel Wissenswertes gab es aber auch bei einer Führung über das insgesamt 14 Hektar große Gelände.

Die Besucher/-innen erfuhren, dass dies früher das Gebiet des vor den Toren Halles gelegenen Ortes Glaucha gewesen war. In der an Kneipen überaus reichen Siedlung war der 32-jährige Pastor Francke erschüttert vom Schicksal der Waisen und anderer Kinder, um die er sich kümmern konnte, nachdem er eine ungewöhnlich hohe Summe im Opferstock gefunden hatte. Sobald damit die Grundlage für eine Waisenschule geschaffen war, erhielt er nicht nur weitere Spenden, sondern es wurden wegen seines pädagogischen Geschicks auch zunehmend Schüler/-innen aus Bürgerfamilien zu ihm geschickt. Die Bereitschaft vieler Wohltäter sowie die Unterstützung durch die preußische Obrigkeit ließen das Werk wachsen.



Vom Waisenhausgebäude zum Schulgebäude

Interessant für die angereisten Lehrer/-innen war die Tatsache, dass das in den Franckeschen Stiftungen praktizierte Schulsystem in seiner Dreigliedrigkeit jeweils parallel auch für Mädchen angelegt war. So wurden im Lauf vieler Jahre neben dem ersten Waisenhausgebäude (einem schlichten, aber doch repräsentativen Barockbau) das mit 110 Metern längste Fachwerkhaus Europas, Wirtschaftsbauten, ein Kinderkrankenhaus, Buchhandlung und Bibelanstalt, weitere Schulräume sowie später auch Sportstätten errichtet. Die internationalen Kontakte der Schulstadt sind begründet durch die zusammen mit dem dänischen König 1705 gegründete erste protestantische Mission: Schüler von Francke wirkten in Südindien und übersetzten die Bibel in die tamilische Sprache. In Europa ergaben sich Beziehungen durch Interessierte, die aus England und Russland zur Begutachtung der in Halle verwirklichten pädagogischen Grundsätze kamen.

> weiterlesen bei Teil 2

Das AHFS-Kollegium auf den Spuren von August Hermann Francke

August Hermann Francke lebte nach dem Motto „Alles zur Ehre Gottes und zum Segen der Menschen“. Seine Lebenseinstellung, die sich im sozialen Engagement für die Waisenkinder äußerte, machte ihn vor fast 35 Jahren zum Vorbild für Christen im Raum Gießen, die eine christliche Schule gründen wollten. Die AHFS-Lehrer/-innen, die gemäß ihrem Leitbild die Wertschätzung des Nächsten in den Mittelpunkt ihrer schulischen Arbeit stellen, ließen sich interessiert erklären, wie ein vom Respekt vor der Persönlichkeit des anderen geprägtes Miteinander vor über 300 Jahren realisiert wurde.

Modern: Förderung unabhängig von der sozialen Herkunft

Francke erwies sich in mancherlei Hinsicht als modern: Seine Förderung von Begabungen ließ Talente unabhängig von der sozialen Herkunft heranwachsen. Um zukünftige Pfarrer und andere Studenten auf ihre Aufgaben im Jugendbereich besser vorzubereiten, leitete er sie bei der Betreuung und Unterrichtung der Kinder an, womit er zu einem Pionier der Lehrerausbildung wurde. Die Schüler/-innen der Franckeschen Stiftungen hatten durch die angegliederten Wirtschaftsbetriebe viele Möglichkeiten der gezielten Vorbereitung auf das Berufsleben.

Wie Francke die weite Welt in seine hallische Schule holte, bestaunten die Besucher im Naturalienkabinett: In thematisch geordneten Abteilungen ließ er von chinesischen Schriftzeichen über Himmelskörpermodelle bis zum ca. 7 Meter langen Unterkieferknochen eines Grönlandwals Exponate ausstellen, die den Unterricht anschaulich werden ließen.

Impuls für pädagogisches Handeln

Bezogen auf ihre Arbeit fragten die Gießener Lehrkräfte auch nach möglichen Impulsen für pädagogisches Handeln in heutiger Zeit. Vorträge des Theologen Dr. Klaus vom Orde und des Pädagogen Dr. Ralf Thomas Klein beleuchteten die Aktualität des Waisenhausgründers sowie eine mögliche Verwertbarkeit seiner Arbeitsweise für die heutige Schule. Dass die 1698 begonnene Arbeit mit Kindern heute noch besteht und die Gebäude besichtigt werden konnten, ist übrigens dem früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher zu verdanken. Die Schuleinrichtung, welche die Nazizeit relativ unbeschadet überstanden hatte, wurde 1946 aufgelöst und war anschließend größtenteils dem Verfall preisgegeben. In der Nach-Wende-Zeit initiierte der frühere Schüler und Student der Stadt Halle einen Freundeskreis, der sich für Erhalt und Renovierung der Franckeschen Stiftungen einsetzte. Das Ensemble der historischen Schulstadt aus der frühen Neuzeit, vom Fremdenführer Friedemann Meißner als „gebaute Utopie“ bezeichnet, ist nun zu großen Teilen wiederhergestellt, und die Lehrer/-innen der AHFS werden aufmerksam verfolgen, wann dem Antrag der Einrichtung auf Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste stattgegeben werden wird.

Franckes Vision war Weltverbesserung durch Menschenverbesserung. Sein Leben in sozialethischer Verantwortung, ein Unterricht nach den Grundsätzen „Lernen durch Tun“ und „Anschauung geht vor sprachlicher Vermittlung“ – nach Gießen nahmen die Mitarbeiter/-innen der AHFS außer der Freude über kollegiale Gemeinschaft beim Verreisen viele Eindrücke für ihr Leben und ihre Arbeit mit.

Wie der Graf zu seinem Haustier kam

In dieser Geschichte sind die Nachnamen von 43 Mitarbeitern der Schule versteckt. Finden Sie sie?

Als Graf Hermann vom und zum reichen Bache, genannt Hermi der Kleine, an diesem Morgen aufwachte, wusste er, dass es ein ganz besonderer Tag werden würde. Voller Tatendrang sprang er aus dem Bett, ergriff das Zepter, das ihm sein königlicher Vetter Friedrich Conrad von und zu Rosskopf-Hollnagel geliehen hatte, wusch sich und zog sich dann das neue El Hady-Shirt über, das sein Schneider ihm extra aus seinem Urlaub im Ostseebad Binz mitgebracht hatte. Seiner Mutter war diese Art der eher wenig standesgemäßen Bekleidung zwar schon lange ein Dorn im Auge, aber immerhin war er der Burggraf, Herr über alle Felder und Weiler, die sich vom hundert Jahre alten Rosenheckel im Süden den ganzen Eberbach entlang bis hin zum majestätischen Kronenberg erstreckten. Sein Besitz umfasste Gold und Silber, Bauern dienten ihm in Treue und Freude. Also sollte es gefälligst niemand wagen, ihn am Tragen seiner Lieblingsoberbekleidung zu hindern.

Gedankenversunken trat Hermi vor seine Burg, kratzte sich mit Friedrichs Zepter am Bauch und fragte sich, was er mit diesem Tag anfangen könnte, als er neben sich eine Stimme hörte: „Schon auf, Herr Graf?“ Graf Hermi wandte sich um und sah seinen Förster. Dieser trug den ungewöhnlichen Namen Zach-Rai, denn er war eigentlich ein nordamerikanischer Ureinwohner vom Stamm der Watanabe und hatte ursprünglich als Hafenarbeiter in Neu Amsterdam gearbeitet. Eines Tages jedoch war er beim Verladen von Bibermützen in einer Kiste eingeschlafen und erst wieder am Binnenhafen der mittelhessischen Grafschaft vom und zum reichen Bache aufgewacht. Natürlich hatte ihn der Zoll sofort am Wickel gehabt, aber als er dem Grafen vorgeführt worden war, hatte dieser nur gesagt: „Ah jo, stell dich doch nicht so an, Zöllner. Das kommt vor, Mann. Jede dritte Person in meinem Reich ist schon mal bei der Arbeit eingeschlafen. Sogar ich!“ Erbost über das Desinteresse seines Dienstherrn hatte der Zöllner damals den Raum verlassen und ungläubig: „Das ist ja kaum zu glaum“ gemurmelt. An diesem Tag waren der Graf und der Förster gute Freunde geworden. Häufig saßen sie abends zusammen und tranken ein kühles Paul’s zusammen, während Zach wunderliche Geschichten aus seiner Heimat erzählte.

„Also“, wiederholte Zach seine Frage, „du bist schon auf? Wie kommt’s?“ Hermi zuckte mit den Schultern und antwortete: „Ach, ich steh rum und überleg mir, ob ich zum Kaufmann in die Stadt gehen soll. Aber alleine Einkaufen macht keinen Spaß. Nur, mit wem könnte ich gehen?“ „Mit Ulla vielleicht?“, schlug Zach vor. Hermi schüttelte vehement den Kopf. „Ich geh doch nicht mit meiner Cousine einkaufen!“, rief er erbost. „Die sucht mir nur wieder was in Rosa aus!“ „Ist ja gutt, Mann“, grinste der Förster und fragte: „Was willst du dir eigentlich kaufen?“ Die Augen des Grafen begannen zu leuchten.

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Wie der Graf zu seinem Haustier kam

„Ich dachte, ich kaufe mir ein Haustier. Einen Gecko, um genau zu sein“, sagte er. Der Förster riss die Augen auf. „Einen Gecko?!“, rief er. „Den fang ich dir eigenhändig hinten am Brombach, wenn es sein muss. Aber das ist doch kein Haustier für einen Fürsten!“ Zorn stieg im Grafen auf, während ihm der Spott seines Freundes entgegenflog. Plötzlich platzte es aus ihm heraus und er brüllte: „Schweigt! Hiesige Grafen werden nicht von Waldmenschen verspottet! Es geht euch nichts an, ob euer Herr einen Iiiiigel zum Haustier wolle, ein Reeh oder eine Geiß! Lerne er, sich zu zügeln, ehe ich mich vergess’! Nerve er einen anderen, aber nicht mich!“ Es herrschte Stille. Dann begann Zach schallend zu lachen. „Lerne er, sich zu zügeln!“, äffte er seinen Grafen nach. „Das hätte ich dir fast abgenommen.“ Trotzig schob der Graf die Unterlippe vor und maulte: „Ich will einen Gecko. Glaub ja nicht, dass ich davon abrück…“ „Mann, entspann dich mal. Von mir aus kannst du dir auch ein Eichhörnchen kaufen, wenn es dich glücklich macht.“ Mit dieser Antwort konnte Hermi leben. Er schmollte der Theatralik wegen noch einige Augenblicke und sagte dann: „Dann weiß ich jetzt ja Bescheid. Richte dich also schon mal darauf ein, dass du mir einen Gecko fangen musst.“ Der Förster war einverstanden. „Bevor ich aber losziehe, brauche ich eine Stärkung. Komm, wir gehen zum Bäcker und holen uns eine Gries-Erdbeer-Schnecke. Danach fang ich dir dein Haustier. Aber sag mal, brauchst du für ein Haustier nicht die Erlaubnis deiner Mutter?“ Hermi sah verwundert von seinem Plundergebäck auf und entgegnete: „Das wäre mir neu. Hof und Haus gehören doch schon seit Jahren mir ...“ Und so war der Hof des Grafen am Ende des Tages um einen Mitbewohner reicher.

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Dass nicht alle Kollegen eingebaut wurden, liegt nicht an mangelnder Sympathie, sondern mangelnder Kreativität. Ich bitte darum, mir dies nachzusehen.

M.-M.Hattenhauer



LÖSUNG

Als Graf HERMANN vom und zum REICHEN BACHe, genannt Hermi der KLEINE, an diesem Morgen aufwachte, wusste er, dass es ein ganz besonderer Tag werden würde. Voller Tatendrang sprang er aus dem Bett, ergriff das ZEPTER, das ihm sein königlicher Vetter Friedrich CONRAD von und zu ROSSKOPF-HOLLNAGEL geliehen hatte, wusch sich und zog sich dann das neue EL HADY-Shirt über, das sein SCHNEIDER ihm extra aus seinem Urlaub im Ostseebad BINZ mitgebracht hatte. Seiner Mutter war diese Art der eher wenig standesgemäßen Bekleidung zwar schon lange ein DORN im Auge, aber immerhin war er der BURGGRAF, Herr über alle Felder und WEILer, die sich vom hundert Jahre alten RosenHECKEL im Süden den ganzen EBERBACH entlang bis hin zum majestätischen KRONENBERG ERstreckten. Sein Besitz umfasste Gold und SILBER, BAUERn dienten ihm in Treue und Freude. Also sollte es gefälligst niemand wagen, ihn am Tragen seiner Lieblingsoberbekleidung zu HINDERn.

Gedankenversunken trat Hermi vor seine Burg, kratzte sich mit FRIEDRICHS Zepter am Bauch und fragte sich, was er mit diesem Tag anfangen könnte, als er neben sich eine Stimme hörte: „Schon auf, Herr Graf?“ Graf Hermi wandte sich um und sah seinen FÖRSTER. Dieser trug den ungewöhnlichen Namen ZACH-RAI, denn er war eigentlich ein nordamerikanischer Ureinwohner vom Stamm der WATANABE und hatte ursprünglich als Hafenarbeiter in Neu Amsterdam gearbeitet. Eines Tages jedoch war er beim Verladen von Bibermützen in einer Kiste eingeschlafen und erst wieder am Binnenhafen der mittelhessischen Grafschaft vom und zum reichen Bache aufgewacht. Natürlich hatte ihn der Zoll sofort am WICKEL gehabt, aber als er dem Grafen vorgeführt worden war, hatte dieser nur gesagt: „Ah JO, STell dich doch nicht so an, Zöllner. Das kommt VOR, MANN. Jede dritTE PERson in meinem Reich ist schon mal bei der Arbeit eingeschlafen. Sogar ich!“ Erbost über das Desinteresse seines Dienstherrn hatte der Zöllner damals den Raum verlassen und ungläubig: „Das ist ja kaum zu GLAUM“ gemurmelt. An diesem Tag waren der Graf und der Förster gute Freunde geworden. Häufig saßen sie abends zusammen und tranken ein kühles PAULS zusammen, während Zach WUNDERLICHe Geschichten aus seiner Heimat erzählte.

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LÖSUNG

„Also“, wiederholte Zach seine Frage, „du bist schon auf? Wie kommt’s?“ Hermi zuckte mit den Schultern und antwortete: „Ach, ich STEH Rum und überleg mir, ob ich zum KAUFMANN in die Stadt gehen soll. Aber alleine Einkaufen macht keinen Spaß. Nur, mit wem könnte ich gehen?“ „MIT ULLA vielleicht?“, grübelte Zack. Hermi schüttelte vehement den Kopf. „Ich geh doch nicht mit meiner Cousine einkaufen!“, rief er erbost. „Die sucht mir nur wieder was in Rosa aus!“ „Ist ja GUTT MANN“, grinste der Förster und fragte: „Was willst du dir eigentlich kaufen?“ Die Augen des Grafen begannen zu leuchten. „Ich dachte, ich kaufe mir ein Haustier. Einen GECKo, um genau zu sein“, sagte er. Der Förster riss die Augen auf. „Einen Gecko?!“, rief er. „Den fang ich dir eigenhändig hinten am BROMBACH, wenn es sein muss. Aber das ist doch kein Haustier für einen Fürsten!“ Zorn stieg im Grafen auf, während ihm der Spott seines Freundes entgegenflog. Plötzlich platzte es aus ihm heraus und er brüllte: „SchweigT! HIESige Grafen werden nicht von Waldmenschen verspottet! Es geht euch nichts an, ob euer Herr einen Igel zum Haustier wolle, ein REEH oder eine GEIß! LERne er, sich zu zügeln, ehe ich mich verGESS’! NERve er einen anderen, aber nicht mich!“ Es herrschte Stille. Dann begann Zach schallend zu lachen. „Lerne er, sich zu zügeln!“, äffte er seinen Grafen nach. „Das hätte ich dir fast abgenommen.“ Trotzig schob der Graf die Unterlippe vor und maulte: „Ich will einen Gecko. Glaub ja nicht, dass ich davon aBRÜCK…“ „MANN, entspann dich mal. Von mir aus kannst du dir auch ein Eichhörnchen kaufen, wenn es dich glücklich macht.“ Mit dieser Antwort konnte Hermi leben. Er schmollte der Theatralik wegen noch einige Augenblicke und sagte dann: „Dann weiß ich jetzt ja BescHEID. RICHte dich also schon mal darauf ein, dass du mir einen Gecko fangen musst.“ Der Förster war einverstanden. „Bevor ich aber losziehe, brauche ich eine Stärkung. Komm, wir gehen zum BÄCKER und holen uns eine GRIES-ERdbeer-Schnecke. Danach fang ich dir dein Haustier. Aber sag mal, brauchst du für ein Haustier nicht die Erlaubnis deiner Mutter?“ Hermi sah verwundert von seinem Plundergebäck auf und entgegnete: „Das wäre mir NEU. HOF und Haus gehören doch schon seit Jahren mir ...“ Und so war der Hof des Grafen am Ende des Tages um einen Mitbewohner reicher.

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Unser Leitbild

Kompetent in die Zukunft

  • Beziehungen gestalten – einander wertschätzen
  • Begabungen entwickeln – individuell fördern
  • Verantwortung übernehmen – sich engagieren

Beziehungen gestalten – einander wertschätzen

Ein positives Lernklima ist gegeben, wenn Menschen in Wertschätzung miteinander umgehen. Daher investieren wir im Schulleben viel Zeit in die Pflege unserer Beziehungen. Konflikte, die auftreten, lösen wir gewaltfrei und unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten. Damit werden die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen geschaffen.

Begabungen entwickeln – individuell fördern

Fühlen sich junge Menschen in ihrem schulischen Lebensraum geborgen, sind die Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen gegeben. In einem solchen Umfeld können in Ruhe Begabungen entdeckt und entwickelt werden. Da Menschen ganz unterschiedliche Talente haben, heißt christliche Pädagogik, dass Schüler/-innen durch ein breit gefächertes schulisches Angebot individuell gefördert werden.

Verantwortung übernehmen – sich engagieren

Die mit gelingenden Lernprozessen und wachsender Sozialkompetenz verknüpfte Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen erweitert deren Möglichkeiten, die erworbenen Kompetenzen für andere einzusetzen. Schüler/-innen übernehmen zunehmend Verantwortung. Sie engagieren sich für einzelne Mitschüler/-innen, ihre Klasse, die Schulgemeinschaft und sogar weltweit in Projekten für andere Menschen.

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